10. Januar 2013

Vorstellungsgespräch in der Unternehmensberatung: Die Frage nach den Stärken und Schwächen

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Auch in Vorstellungsgesprächen in der Unternehmensberatung wird oft die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen gestellt. Viele Bewerber wissen nicht so recht was sie darauf antworten sollen. Dabei ist eine gute Antwort gar nicht so schwer.

Oft fällt in Bewerbungsgesprächen die Frage “Was sind Ihre Stärken und Schwächen?”. Unternehmensberatungen bilden da keine Ausnahme. Verständlicherweise, denn neben den analytischen Fähigkeiten, die meist durch Case Studies abgefragt werden, will ihr zukünftiger Arbeitgeber gern auch mehr über Sie als Mensch erfahren.

Die Frage nach den Stärken und Schwächen wird von vielen Bewerbern bei Unternehmensberatungen gefürchtet, da sie nicht wissen, was sie darauf antworten sollen. Wir haben Ihnen einige Denkanstöße zusammengeschrieben, die Ihnen sicherlich dabei helfen werden, Ihre Stärken und Schwächen gut zu formulieren.

Die Frage nach den persönlichen Stärken im Bewerbungsgespräch

  • Jeder von uns hat Stärken, nur nicht jeder kennt seine. Um Ihre Stärken für das Bewerbungsgespräch herauszuarbeiten, gehen Sie folgendermaßen vor:
    • Nehmen Sie sich drei Zettel und schreiben Sie auf jeden dieser Zettel ein Projekt, was Ihnen am Herzen lag und welches Sie realisiert haben. Schreiben Sie dieses Projekt groß in die Mitte, so dass Sie es gut visualisieren können. Sie können dabei Projekte sowohl aus dem privaten als auch aus dem beruflichen Bereich notieren. Beispiele wären: Gitarre spielen gelernt, eine Wohnung renoviert, ein Projekt im Praktikum abgeschlossen etc.
    • Schreiben Sie nun auf jeden dieser Zettel die Eigenschaften dazu, die Ihnen geholfen haben, dieses Projekt erfolgreich zu realisieren. Wenn Sie z.B. eine Wohnung renoviert haben, dann wären hierzu folgende Eigenschaften denkbar: Ausdauer, handwerkliches Geschick, Organisationstalent usw.
    • Wenn Sie für alle Projekte die passenden Eigenschaften notiert haben, haben Sie genug Stärken gesammelt aus denen Sie jetzt auswählen können
  • Nachdem Sie nun Ihre Stärken ermittelt haben, geht es jetzt darum, die zum Job passende Eigenschaft zu finden. Auch wenn es Sie vielleicht einen desillusionieren mag: Es geht beim Bewerbungsgespräch vor allem darum sich gut zu verkaufen. Glauben Sie nicht Pauschalaussagen wie “Was Du für Stärken oder Schwächen nennst ist nicht so wichtig, die Hauptsache ist Du bist ehrlich”. Nehmen Sie sich die Liste mit Ihren Stärken und gleichen Sie sie mit dem Jobprofil bzw. dem Unternehmen ab und überlegen Sie sich welche Stärke gut auf das Profil passt. Wichtig ist, dass Sie im Gespräch nicht nur eine Stärke parat haben. Wählen Sie also lieber die Top 3 aus – und schon sind Sie fertig.
  • Die Auswahl Ihrer Stärke nach dieser Methode hat zwei wesentliche Vorteile:
    • Sie können aus einer großen Auswahl an Eigenschaften Ihrer Stärken passenden zum Unternehmen auswählen. Damit können Sie sicher sein, dass Sie etwas wirklich “passendes” zum Unternehmen finden
    • Sie haben dadurch, dass Sie Ihrer Stärken aus konkreten Projekten abgeleitet haben, gleich ein passendes Beispiel parat. Denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird Ihr Interviewpartner Sie direkt nach einem solchen Fragen.
Sie sehen, es ist gar nicht so schwer, eine gute Antwort auf die Frage nach den persönlichen Stärken in einem Bewerbungsgespräch zu geben. Etwas kniffliger ist da schon die Frage nach den persönlichen Schwächen.

Die Frage nach den persönlichen Schwächen im Bewerbungsgespräch

Die Frage nach den persönlichen Schwächen ist schwieriger zu beantworten. Das liegt vor allem daran, dass die ehrlichen Antworten auf diese Frage fatal sind (“Ich bin manchmal ein wenig unordentlich und mache Flüchtigkeitsfehler”), die “geschönten” Antworten aber zu abgedroschen klingen (“Ich bin ein Perfektionist und arbeite oft zu lang”). Wie gehen wir also dieses Problem an? Hier für gibt es zwei Lösungsansätze:

  • Beim ersten Lösungsansatz sollten Sie sich überlegen, welche kleinen Fehler an Ihnen, Sie liebenswert machen. Dieser Lösungsansatz leitet sich aus der Erkenntnis ab, dass Menschen Gesichter mit kleinen Makeln viel interessanter finden, als z.B. am Computer erstellte perfekte Gesichter. Suchen Sie also nach genau diesem “Makel in Ihrem Gesicht”. Beispiele hierfür wären: Die Liebe zu einem Fußballverein, Ihr Faible für Handtaschen oder Ihre Schwäche für italienisches Essen. Sie beantworten damit zwar eher die Frage wofür Sie eine Schwäche haben, aber oft kommt solch eine Antwort gut an
  • Der zweite Lösungsansatz  besteht darin, die Schwächen an sich selbst herauszusuchen, für die man selber bereits eine Lösung gefunden hat. Ein Beispiel: Nehmen wir an, dass Sie manchmal Sachen vergessen. Da Sie diese Schwäche aber von sich kennen wissen Sie, dass Sie sich immer sorgfältig Notizen machen müssen und Sie sich einmal pro Tag eine To-Do Liste erstellen müssen. Sie können also im Bewerbungsgespräch folgendes sagen: “Meine Schwäche ist, dass ich manchmal Dinge vergesse. Da ich aber diese Schwäche bereits sehr gut an mir kenne, mache ich mir regelmäßig Notizen und erstelle täglich eine To-Do Liste”. Damit zeigen Sie Ihrem Gegenüber, dass Sie nicht nur reflektiert über Ihre eigenen Schwächen nachdenken, sondern dass Sie auch bestrebt sind diese abzustellen. Damit zeigen Sie Ihren Willen zur Verbesserung

Mit diesen Leitfaden sollen Sie spielend Ihre Stärken und Schwächen ermitteln können, die Sie in dann Ihrem Bewerbungsgespräch nennen können. Kennen Sie noch andere Vorgehensweisen? Auf Ihre Kommentare sind wir sehr gespannt.

Ihr Team von Consulting-Cases


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